Nominalisierung B2: Regeln einfach erklärt
Jetzt üben: Nominalisierung B2 (B2)
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Wann brauchst du das?
Du nutzt Nominalisierung besonders …
- in formellen Texten: E-Mail, Bericht, Bewerbung, Leserbrief
- in der B2-Prüfung, vor allem im Schreiben Teil 1 (Forumsbeitrag/Leserbrief), wenn du sachlich argumentieren sollst
- um einen Nebensatz zu verkürzen: aus einem ganzen Satz wird eine kompakte Nominalphrase
- um Wiederholungen zu vermeiden: ein Nomen fasst zusammen, was vorher als Verb stand
Wann besser nicht: Im Gespräch, in privaten Nachrichten und überall dort, wo du lebendig klingen willst, ist der Verb-Stil klarer. Auch in der Prüfung gilt: Eine gute Nominalphrase pro Absatz wirkt souverän – fünf hintereinander wirken schwerfällig.
Die Regel
Die drei Wege zur Nominalisierung:
- Infinitiv als Nomen: rauchen → das Rauchen
- Verb mit Endung: entscheiden → die Entscheidung
- Adjektiv als Nomen: wichtig → das Wichtige
A. Verben als Nomen
1. Der substantivierte Infinitiv. Du nimmst den Infinitiv, schreibst ihn groß und setzt das davor. Diese Nomen sind immer neutrum:
- rauchen → das Rauchen – „Das Rauchen ist hier verboten.“
- lernen → das Lernen – „Das Lernen fällt mir abends leichter.“
- arbeiten → das Arbeiten – „Das Arbeiten im Team gefällt mir.“
- Auch bei trennbaren Verben, dann zusammengeschrieben: einkaufen → das Einkaufen
Sehr häufig steht dieser Infinitiv nach einer Präposition mit Artikel: beim Lesen (= bei dem Lesen), zum Lernen (= zu dem Lernen), vor dem Schlafen.
2. Die Ableitung mit einer Endung. Hier verändert sich das Wort, und das Genus hängt von der Endung ab:
- -ung: einführen → die Einführung, entscheiden → die Entscheidung
- -tion / -ation: organisieren → die Organisation, informieren → die Information
- -nis: ergeben → das Ergebnis, erleben → das Erlebnis
- -er (die handelnde Person): lehren → der Lehrer, sprechen → der Sprecher
B. Adjektive als Nomen
Auch Adjektive kannst du großschreiben und als Nomen verwenden. Entscheidend ist, worüber du sprichst:
- Sache/Abstraktes → neutrum: das Wichtige, das Neue, das Beste – „Das Wichtige kommt zum Schluss.“
- Person → maskulin/feminin: der Neue, die Neue, die Kranken – „Der Neue arbeitet seit Montag hier.“
Die typische B2-Falle ist die Endung. Nach etwas, nichts, viel, wenig bekommt das Nomen ein -es, nach alles dagegen ein -e:
- etwas Neues, nichts Wichtiges, viel Interessantes
- aber: alles Gute, alles Liebe
Daneben gibt es die Ableitung mit -heit und -keit, immer feminin: frei → die Freiheit, möglich → die Möglichkeit, schön → die Schönheit.
C. Welcher Artikel? Die Genus-Regel
An der Form erkennst du fast immer den Artikel:
| Form / Endung | Artikel | Beispiele |
|---|---|---|
| Infinitiv als Nomen | das | das Rauchen, das Lernen, das Arbeiten |
| -ung | die | die Entscheidung, die Einführung |
| -tion / -ation | die | die Organisation, die Information |
| -heit / -keit | die | die Freiheit, die Möglichkeit |
| -nis | meist das | das Ergebnis, das Erlebnis – aber: die Erlaubnis, die Kenntnis |
| -er (Person) | der | der Lehrer, der Sprecher |
D. Vom Nebensatz zur Nominalphrase
Das ist der eigentliche Nutzen auf B2: Du ersetzt einen Nebensatz durch eine Präposition mit Nomen. Achte dabei genau auf den Kasus, den die neue Präposition verlangt:
| Nebensatz | Nominalphrase | Kasus |
|---|---|---|
| weil es stark regnete | wegen des starken Regens | Genitiv |
| nachdem er angekommen war | nach seiner Ankunft | Dativ |
| damit die Regel eingeführt wird | zur Einführung der Regel | Dativ |
| wenn die Nachfrage steigt | bei steigender Nachfrage | Dativ |
| obwohl es regnete | trotz des Regens | Genitiv |
| indem man regelmäßig übt | durch regelmäßiges Üben | Akkusativ |
Im ganzen Satz sieht das so aus:
- Zur Einführung der Regel wurden alle Mitarbeiter geschult.
- Bei steigender Nachfrage erhöht das Unternehmen die Produktion.
- Nach seiner Ankunft begann die Sitzung.
Abgrenzung: Nominalisierung (B2) und Nominalstil (C1)
Auf B2 geht es um die Bildung: Wie mache ich aus einem Verb oder Adjektiv ein Nomen, welchen Artikel bekommt es, und wie wird aus einem Nebensatz eine korrekte Nominalphrase? Das sind Einzelentscheidungen auf Wort- und Satzebene.
Auf C1 geht es dagegen um die Stilebene: Wie verdichte ich einen ganzen Text, wie kombiniere ich Attribute, und wann kippt Verdichtung in Unverständlichkeit? Wenn du die Bildung hier sicher beherrschst, ist Nominalstil und Informationsverdichtung (C1) der nächste Schritt.
Häufige Fehler (und wie du sie vermeidest)
Fehler 1: Kleinschreibung des substantivierten Infinitivs
✗ Das rauchen ist hier verboten.
✓ Das Rauchen ist hier verboten.
Sobald ein Artikel oder eine Präposition davorsteht (das, beim, zum), ist der Infinitiv ein Nomen – und Nomen schreibt man groß.
Fehler 2: falscher Artikel
✗ der Entscheidung, der Möglichkeit, die Lernen
✓ die Entscheidung, die Möglichkeit, das Lernen
Nutze die Endung als Signal: -ung, -tion, -heit, -keit sind feminin, der Infinitiv ist immer neutrum.
Fehler 3: falsche Endung beim nominalisierten Adjektiv
✗ Ich habe etwas Neue gehört. / Ich wünsche dir alles Gutes.
✓ Ich habe etwas Neues gehört. / Ich wünsche dir alles Gute.
Nach etwas, nichts, viel, wenig steht -es. Nur nach alles steht -e.
Fehler 4: falscher Kasus nach der neuen Präposition
✗ wegen dem Regen, trotz dem Stau, nach seine Ankunft
✓ wegen des Regens, trotz des Staus, nach seiner Ankunft
Wenn du einen Nebensatz umformst, entscheidet die neue Präposition über den Kasus: wegen und trotz verlangen den Genitiv, nach und bei den Dativ.
Mini-Checkliste
- Steht ein Artikel oder eine Präposition davor? Dann schreibe den Infinitiv groß (das Lernen, beim Lesen).
- Passt der Artikel zur Endung? -ung/-tion/-heit/-keit = die, Infinitiv = das, -er = der.
- Bei nominalisierten Adjektiven: etwas/nichts/viel + -es, aber alles + -e.
- Meinst du eine Sache (das Neue) oder eine Person (der Neue)?
- Stimmt der Kasus nach der neuen Präposition (wegen des Regens, bei steigender Nachfrage)?
- Verdichtet die Nominalphrase wirklich – oder wäre ein Nebensatz hier klarer?
Übe Nominalisierung B2 als Lückentext (B2)
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FAQ
Der substantivierte Infinitiv (das Rauchen) beschreibt die Tätigkeit selbst und ist immer neutrum. Die Ableitung mit einer Endung (die Entscheidung) beschreibt eher das Ergebnis oder den abgeschlossenen Vorgang und ist formeller. Zu vielen Verben gibt es nur eine der beiden Formen: von „arbeiten“ kommt „das Arbeiten“, von „entscheiden“ kommt „die Entscheidung“.
Weil nach etwas, nichts, viel und wenig kein Artikel steht. Das nominalisierte Adjektiv muss die Information dann selbst tragen und bekommt die starke neutrale Endung -es: etwas Neues, nichts Wichtiges. Nach alles steht dagegen die schwache Endung -e: alles Gute.
Meist verrät ihn die Endung: Infinitive sind neutrum (das Lernen), Wörter auf -ung, -tion, -heit und -keit sind feminin (die Einführung, die Möglichkeit), Personenbezeichnungen auf -er sind maskulin (der Lehrer). Nur -nis schwankt: meist neutrum (das Ergebnis), aber die Erlaubnis und die Kenntnis sind feminin.
Du ersetzt die Konjunktion durch eine Präposition und das Verb durch ein Nomen: weil wird zu wegen + Genitiv, nachdem zu nach + Dativ, wenn zu bei + Dativ, obwohl zu trotz + Genitiv. Aus „Wenn die Nachfrage steigt, …“ wird so „Bei steigender Nachfrage …“. Prüfe danach immer den Kasus.
Auf B2 lernst du die Bildung: Wie entsteht das Nomen, welchen Artikel hat es, welcher Kasus folgt? Auf C1 geht es um die Stilebene – wie du einen ganzen Text verdichtest, Attribute kombinierst und dabei verständlich bleibst. B2 ist also die Grundlage, C1 die bewusste Anwendung über längere Texte hinweg.